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Kath.Net-Interview mit Autor Dario Pizzano

kath.net-Interview mit Dario Pizzano über sein Buch EXZESS und warum eine Entscheidung für ein Leben mit Jesus eben nicht nur eitel Sonnenschein ist – Von Linda Noé

Linz-München (kath.net/ln)

KATH.NET: Sie haben in Ihrem Leben eine große Wandlung und eine besondere, wohl weil sehr direkte Begegnung mit Gott erlebt. Was war oder ist für Sie das größte Wunder?

Dario Pizzano: Das größte Wunder für mich ist ganz klar die Erkenntnis dass es einen Gott gibt, dass dieser lebendig und ausgerechnet an mir persönlich und liebevoll interessiert ist.

Dieser Gott ist mir seit dieser Begegnung im Auto und den darauf folgenden Ereignissen derart Wirklichkeit geworden, das ich heute mit ihm sprechen kann, wie mit einem Vater. Ja, eine tiefe, innige Freund- und Bekanntschaft mit Jesus Christus liegt meinem heutigen Leben zugrunde.

Gott in meinem früheren Leben nicht zu erkennen, bedeutete für mich an innerer Einsamkeit zu implodieren. Meine Süchte und Ängste fraßen mich geradezu auf. Erst als ich Gott, in der Begegnung mit Christus erkannte, wurde ich Mensch. Diese Wahrheit, die Person ist, hat mich befreit. So kann und darf ich heute durch die Augen des Glaubens sagen: alles was ist, ist für mich heute ein Wunder.

KATH.NET: Sie beschreiben in Ihrem Buch „Exzess“ auch Ihre Suche bei anderen Religionen, zum Beispiel dem Buddhismus. Können Sie sich erklären, warum dieser heute so viel Anklang bei uns findet, warum Sie selbst davon aber nicht überzeugt wurden?

Dario Pizzano: Das ganze Fortschritts und Globalisierungsdenken der heutigen modernen Gesellschaft fördert sicherlich den Wohlstand und fasziniert einerseits. Andererseits bringt er aber auch noch etwas hervor: tiefe Verunsicherung und Orientierungslosigkeit ob der Unübersichtlichkeit dieser Welt. Darum suchen die Menschen meines Erachtens auch wieder nach tieferem, sehnen sich nach Geborgenheit und Frieden.

Der Buddhismus ist eine Religion der recht formlos und dogmatikfrei, friedlich aber eben unverbindlich daherkommt. Das spricht einige Menschen der Moderne vielleicht eher an. Für mich persönlich war es auf Dauer nicht befriedigend, da ich den Buddhismus als menschliche Glückstechniken, das Leid zu überwinden, erlebt habe. Das Leid aber wirklich mittragen können Sie nicht. Alle Macht, die im Buddhismus beschworen wird, ist die Macht in mir. Der Tod, vor dem ich mich mein Leben lang fürchtete, bedroht mich aber von außen.

Erst die Beziehung zu dem lebendigen Gott in Christus hat mir diese Angst genommen.

KATH.NET: Was hatten die Sakramente für eine Bedeutung für Sie nach Ihrem persönlichen „Damaskuserlebnis“? Konnten Sie in der Eucharistie, in der Beichte… denjenigen erkennen, dem Sie begegnet waren?

Dario Pizzano: Die Sakramente waren sogar sehr wichtig und zentral für mich. Ich bin dankbar, in der Anfangszeit einen guten geistlichen Begleiter auf dem Weg geschenkt bekommen zu haben. Er hat mich kompetent an die Sakramente heran geführt und tatsächlich habe ich sie als wirkmächtig erfahren.

Insbesondere die erste große Lebensbeichte, in der ich Gott als den allmächtigen, vergebenden und erbarmenden Vater erfahrenden habe, war ein unfassbares Geschenk. Die ersten Besuche in der Messe und der Empfang der Eucharistie verliefen stets unter Tränen vor lauter Dankbarkeit und Glück über die Gemeinschaft mit diesem Gott.

Ja, ich kann Gott wirklich, in diesen großen Geschenken der Sakramente, erkennen und begegnen.

KATH.NET: Was hat Sie zu Beginn auf ihrem Glaubensweg am Meisten fasziniert?

Dario Pizzano: Da gibt es so vieles. Es war, so schreibt G. K. Chesterton ja über den Glauben: ein einziges Abenteuer! Diese unverdiente Gnade, das Angenommensein, das Ankommen bei Jesus ohne Beweis- und Leistungspflicht. Die geschenkte Vergebung. Das neue Getragen Sein. Das Erkennen wichtiger Zusammenhänge im Leben.

Die neuen Augen: mir wurden neue Augen geschenkt. Ich sah die Welt und Menschen erstmalig als das an, was Sie wirklich sind: Wunder! Geschöpfe und Schöpfung eines Liebenden. Ich durfte mich als geliebtes Kind Gottes erfahren. Das alles war und ist bis heute einfach nur faszinierend. Darum möchte und muss ich auch einfach davon erzählen. /“/Unmöglich können wir schweigen/ /über das/, /was/ /wir/ gesehen /und/ gehört /haben/“ (Apg 4,20).

KATH.NET: Wie war die Reaktion Ihrer „alten“ Freunde auf ihren Lebenswandel?

Dario Pizzano: Erst einmal haben Sie das wieder einmal für eine meiner verrückten Ideen gehalten. Sie meinten mit einem Augenzwinkern:“Jetzt macht er mal einen auf den heiligen Franziskus vom Eichsfeld. Danach vielleicht noch mal ins Dschungelcamp!?“ Einige hielten mich für verrückt. Einige haben mich verlassen. „Jetzt ist er durchgeknallt.“ Doch viele haben recht schnell merken müssen, da ich es ernst meine.

Ich habe mich firmen lassen, angefangen Theologie zu studieren und danach alles hinter mir gelassen, was vorher mein Leben bestimmt hatte. Heute lacht keiner mehr von den echten Freunden, einige haben ihrem Leben auch eine Wende gegeben: sie sind Christen geworden und/oder fragen mich heute viel im Bezug auf den Glauben an Jesus und die Kirche. Ich bin sehr dankbar, dass alle meine wahren Freunde auch heute noch in meinem Horizont sind und ich selbst Ihnen weiterhin ein Freund sein kann.

KATH.NET: Sie sprechen in Ihrem Buch offen über Depressionen und auch die Diagnose Burnoutsyndrom, und das „obwohl“ Sie gerade Christ geworden waren. Sie vergleichen diese Zeit mit der Wüste. Können Sie uns darüber näheres sagen?

Dario Pizzano: Ja, ich glaube in der Tat, das es wichtig ist zu sagen, das die Entscheidung für ein Leben mit Gott, mit Jesus eben nicht nur eitel Sonnenschein ist, sondern auch die Begegnung mit der Wahrheit. Das ist mehr als nur ein Wohlfühlgott. Die Wahrheit kann auch schon mal sehr wehtun und ich habe dies Diagnose Burnoutsyndrom als meine Wüstenzeit erlebt. In dieser Zeit ist ja auch das Buch entstanden.

In der Wüste, der Einsamkeit, wird man bereits erwartet. Von der Wahrheit. Von Gott selbst. Er hat mir dort vor Augen geführt, dass ich seine Vergebung nicht nur anzunehmen, sondern sie auch weiterzugeben habe. Er hat mir gezeigt, wie schuldig auch ich mich gemacht habe, an anderen Menschen.

Zudem habe ich in diesen 9 Monaten Einsamkeit fast alles über meine Herkunft erkannt und nur so wurde mir heute eine Zukunft, eine neue Berufung, ermöglicht. Heute stehen alle meine mir geschenkten Talente im Dienst der Kirche.

KATH.NET: Heute gibt es viele Menschen, die mit der katholischen Kirche nichts mehr anfangen können bzw. die über den Papst, die Priester, den Zölibat… jammern und glauben, dass hier dringend Reformen anstünden. Was ist Ihre Meinung dazu?

Dario Pizzano: Der kolumbianische Philosoph N.G.Davila hat einmal gesagt, ein Katholik, der beginnt sich um seine Kirche zu sorgen, ist kein Katholik mehr. Ich glaube, er hat Recht! Erstens ist es nicht *Seine, *also *unsere* Kirche, sondern es ist die Kirche des Herrn! Mir fehlt vor allem das sentire cum ecclesia. Das Mitfühlen und der Gehorsam mit und gegenüber der Kirche.

Für mich ist die Kirche ein Ort der Freiheit! Diskussionen wie Abschaffung des Zölibats und Priestertums befremden mich. Ich würde mir das Gegenteil wünschen: die Aufwertung, Unterstützung und ein neuer Respekt gegenüber diesen Berufungen.

Der heiligmäßige Priester und der Zölibat sind eine Provokation in der heutigen modernen Welt. Das ist mir bewusst. Aber nicht ohne Grund gibt es sie und nicht ohne Grund sollen diese abgeschafft werden. Es fehlt leider bei einigen eine echte Beziehung zu Christus, ohne die ein symphatisches, also mitfühlendes und wohlwollendes Verstehen für Kirche leider abhanden kommt.

Zum Papst kann ich nur eines sagen: ich erlebe ihn als ein einziges Geschenk auf meinem Glaubensweg und an diese Kirche. Ich lese alle seine Bücher und Enzykliken. Er ist heute nach Jesus mein größter Lehrer.

KATH.NET: Sie haben zwei Kinder- was ist Ihnen am Wichtigsten, diesen mitzugeben bzw. wie glauben Sie, können Eltern heute dazu beitragen, dass ihre Kinder nicht in die Drogenszene abrutschen?

Dario Pizzano: Das allerwichtigste ist denke ich vor allem: die Kommunikation und das Vertrauen. Wenn ich eines gelernt habe, dann ist es, das viele zu wenig untereinander reden. Je mehr Gott aus unserem Leben verschwindet, desto weniger verstehen und lieben wir uns. Siehe den Turmbau zu Babel.

Darum versuchen wir es mit meinen Kindern so: wir beten miteinander vor dem Essen und Sonntag in der Messe, wir sprechen von Gott, der Liebe, dem Wert und der Würde, die wir als Menschen von Gott haben. Wir nehmen sie ernst. Wir trauen ihn etwas zu.

So glaube ich das beste Mittel, Kinder nicht an die Drogen zu verlieren ist, sie so zu lieben, wie Gott sie sieht!

KATH.NET: Herzlichen Dank für das Interview!

KATH.NET-Lesetipp: Exzess – Meine zwei Leben! – Sehr lesenswert und sehr spannend!

KATH.NET-Lesetipp: LESEPROBE aus dem Buch!

JA! zur Kirche – Die Diskussion auf Facebook

kathTube: Interview von BIBELTV mit Dario Pizzano


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Glaube lebt vom Zeugnis:

Buch-Autor Dario Pizzano im Cursillo-Haus in Oberdischingen

Am Samstag, 2. Oktober kommt der Buchautor Dario Pizzano nach Oberdischingen ins Cursillo-Haus St. Jakobus. Er ist jung, als Musik- und Event-Manager erfolgreich, immer unterwegs in Sachen Party, Drogen und Sex — bis zu dem verrückten Tag, als er Gott begegnete. Und plötzlich ist alles anders.

Der 35-jährige Pizzano erzählt ab 17:00 Uhr aus seinem Leben und liest aus seinem Buch „eXzess. Meine zwei Leben”. Seine Erzählungen berichten von einer wunderbaren religiösen Erfahrung.

Nach einer Pause und einem Abendimbiss stellt er sich einem Gespräch mit Julia Kohler (Leiterin Cursillo-Haus) und Uwe Beck (Pastoralreferent, Ulm). 02.10.10 17:00 – 20:30

Dario Pizzano – Glaube lebt vom Zeugnis

Leitung: Julia Kohler (Leiterin Cursillo-Haus) und Uwe Beck (Pastoralreferent, Ulm) Kosten entstehen den Besuchern keine. Teilnahme am Imbiss auf Spendenbasis. Eine Anmeldung ist bis zum 1. Oktober möglich unter: 07305/919575 und per mail: → info@haus-st-jakobus.de

Herzlich Willkommen

Herzlich Willkommen bei Ragg’s Domspatz-Agentur

Sie finden hier hauptsächlich Informationen über Veranstaltungen zur christlichen Kultur, die von der Domspatz-Agentur betreut werden, und können sich für Ihre Teilnahme an diesen Veranstaltungen Plätze reservieren lassen und weitere Information anfordern.

Im ersten Halbjahr freuen wir uns in der Domspatz-Soirée auf:

BildDie Soiréen finden ihren würdigen Rahmen im Kulturzentrum Movimento. Es liegt ganz zentral in München, in der Neuhauser Straße 15, direkt gegenüber der Sankt-Michaelskirche. Das Movimento erreichen Sie mit allen S-Bahnen bis Marienplatz oder Karlsplatz (Stachus). Zum Parken Ihres PKW eignet sich das City-Parkhaus, Färbergasse 5, oder die Pschorr-Hochgarage, Neuhauser Straße 21.

Nach Ende der Soiréen stehen die Referenten für Gespräche und zum Signieren ihrer Bücher zur Verfügung.

Wegen des begrenzten Platzes ist für die Domspatz-Soiréen eine formlose Anmeldung erforderlich und bereits jetzt für alle Veranstaltungen möglich. Der Eintritt beträgt 12,50 Euro. Anmeldeschluss ist jeweils der Tag vor der Veranstaltung (einschließlich). Weitere Information unter den einzelnen  Veranstaltungen.

Michael Ragg
Leiter der Domspatz-Agentur

Seit dem 01.07. 2010 bin ich als missio- Diözesanreferent für eine neue, zusätzliche Aufgabe innerhalb der Kirche in den Dienst genommen worden. Ich bin sehr dankbar diese spannende  Aufgabe im Bistum Erfurt, Abteilung Weltkirche übernehmen zu dürfen.

missio heute, das sind über 175 Jahre Erfahrung. 1822 von der jungen Französin Pauline Jaricot gegründet, ist missio inzwischen ein Internationales Katholisches Missionswerk und der deutsche Zweig der in 110 Ländern der Erde vertretenen „Päpstlichen Werke der Glaubensverbreitung“.

Weltmissionstag 2010

Die missio-Diözesanreferent/-innen tragen die Weltkirche in das Bewusstsein der Gläubigen. Sich als einen Teil der Weltkirche zu fühlen und die darin liegenden Chancen zu nutzen, ist eine der zentralen Herausforderungen für die Kirche von morgen.

Dario Pizzano

AUF UMWEGEN ZU GOTT

Eine mitreißende Lebensgeschichte

von Patricia Voss

Es ist ein aufrichtiges Buch.
Als Leser spürt man die Authentizität der Geschichte. Hier ist nichts erfunden oder zugedichtet. Dario Pizzano hat dieses Buch geschrieben, um andere teilhaben zu lassen an seiner schmerzlichen, aber auch wunderbaren Erfahrung mit Gott. Das Buch möchte Mut machen: Jeder kann sein Leben ändern und es so leben, wie Gott es von ihm geträumt hat. Es geht darum seine lenkende Hand im eigenen Leben entdecken. Das Buch beschreibt einen Prozess der Suche, der letztlich im praktisch gelebten Glauben mündet. In der Kirche findet Pizzano die Möglichkeit, diesen Glauben in Gemeinschaft zu leben. Heute arbeitet er in der Erwachsenbildung der Diözese Erfurt.

Zielgruppe
Geeignet ist dieses Buch für Leser ab 21 Jahren, die ihre Ausbildung abgeschlossen oder gerade Abitur gemacht haben und eher planlos vor der weiten Welt stehen und nicht wissen, wo ihr Platz in dieser Welt sein wird. Aber auch ältere Menschen, die diese Sinnsuche im Leben kennen, fühlen sich sehr stark von diesem Buch angesprochen.

Mich hat das Buch sehr gefesselt. Ich dachte, dass ich es so nebenbei lesen könnte, musste aber feststellen, dass oft so viel Wahrhaftigkeit und Aussagekraft in vielen Sätzen steckt, die man als Leser gerne erst einmal verinnerlicht, um weiterzulesen…

gesamte Rezension lesen


Exzess: Meine zwei Leben
Dario Pizzano, Pattloch Verlag 2010, 271 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag, 13,5 x 20,8 cm
ISBN-10: 3629022421
ISBN-13: 978-3629022424
16,95€

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Begegnung mit Prof.Dr.Robert Spaemann in Berlin 19.06.2010. Eine Ehre.

VORTRAGSANGEBOTE FÜR VERANSTALTUNGEN 2010/2011
Referent: Dario Pizzano
  • Burn Out Syndrom- Von der Wüstenerfahrung zur Glaubenserfahrung
  • Christlicher Glaube im Umbruch- Probleme & Chancen für die Verkündigung
  • Die Kirche-Zeichen der Liebe Gottes unter den Menschen
  • Jesus Christus- Mitte unseres Glaubens
  • Movimenti-die neuen geistlichen Gemeinschaften – Chancen und Schwierigkeiten
  • Ist die Bibel wahr? Bibelauslegung zwischen Wortwörtlichkeit und Beliebigkeit
Weitere Themenwünsche im Bereich der Theologie und Literatur werden gern aufgegriffen und erarbeitet
pizzano@gmx.net